
Bild: KI-generiert
Der Wocheneinkauf ist schnell erledigt, der Kassenbon aber oft länger als gedacht. Lebensmittel gehören zu den Ausgaben, die jeden Monat anfallen und die du anders als Miete oder Versicherungen selbst steuern kannst, bei jedem einzelnen Einkauf. Wer beim Lebensmitteleinkauf sparen will, muss dafür nicht schlechter essen und auch nicht jeden Cent zweimal umdrehen.
Dieser Artikel ordnet die bekannten Spartipps nach ihrer Wirkung: Was bringt im Alltag viel, was wenig, und was kostet mehr Zeit, als es spart? Du bekommst ein durchgerechnetes Beispiel, eine Anleitung zum Grundpreis und Hinweise, wie du versteckte Preiserhöhungen erkennst. Die meisten Tipps funktionieren in Deutschland, Österreich und der Schweiz gleich. Wo Regeln oder Zahlen nur für ein Land gelten, steht das Land dabei (Stand: Oktober 2026).
Das Wichtigste in Kürze
- Am meisten bringen wenige Gewohnheiten, die bei jedem Einkauf wirken: mit Plan einkaufen, Grundpreise vergleichen, öfter zur Eigenmarke greifen und weniger wegwerfen.
- Der Grundpreis zeigt, was ein Produkt pro Kilogramm oder Liter kostet. Er ist der einfachste Weg, unterschiedliche Packungsgrößen fair zu vergleichen, und hilft, geschrumpfte Packungen zu erkennen.
- Eigenmarken des Handels schneiden in Tests im Schnitt ähnlich ab wie Markenprodukte. In einer Auswertung der Stiftung Warentest war ein Warenkorb mit den besten Eigenmarken 34 Prozent günstiger.
- Abgelaufen heißt nicht automatisch verdorben: Nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum sind viele Lebensmittel noch gut. Beim Verbrauchsdatum ist dagegen Schluss.
- Weniger bringen weite Wege für einzelne Angebote, ungeprüfte Großpackungen und Rabatt-Apps, für die du mit deinen Daten bezahlst.
Wie viel Geld beim Einkaufen draufgeht
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, warum sich das Thema lohnt. In Deutschland gaben private Haushalte 2024 im Durchschnitt 457 Euro im Monat für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren aus. Das waren 14 Prozent ihrer gesamten Konsumausgaben, ermittelt hat das das Statistische Bundesamt. Je mehr Menschen im Haushalt leben, desto höher ist der Betrag:
| Haushaltsgröße (Deutschland, 2024) | Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren pro Monat | Anteil an den Konsumausgaben |
|---|---|---|
| 1 Person | 270 € | 13,2 % |
| 2 Personen | 505 € | 13,6 % |
| 3 Personen | 653 € | 14,6 % |
| 4 Personen | 759 € | 15,0 % |
| 5 und mehr Personen | 896 € | 17,1 % |
| Haushalte insgesamt | 457 € | 14,0 % |
Die Werte sind Durchschnitte und kein Maßstab dafür, wie viel du ausgeben „solltest“. Sie zeigen aber: Schon zehn Prozent weniger in dieser Ausgabengruppe machen bei einem Zwei-Personen-Haushalt rund 50 Euro im Monat aus. Wie viel du selbst ausgibst, siehst du am schnellsten, wenn du deine Einkäufe einen Monat lang in einem Haushaltsbuch festhältst oder die Kartenzahlungen im Supermarkt auf dem Kontoauszug zusammenzählst.
Beim Lebensmitteleinkauf sparen: die Hebel nach Wirkung
Spartipps gibt es viele. Entscheidend ist, welche davon bei deinem normalen Einkauf jede Woche wirken und welche nur gelegentlich etwas bringen. Diese Übersicht ist eine redaktionelle Einordnung, keine Messung:
| Hebel | Wirkung | Aufwand |
|---|---|---|
| Mit Plan und Liste einkaufen | hoch: weniger Spontankäufe, weniger Reste | gering, wenige Minuten pro Woche |
| Grundpreise vergleichen | hoch bei jedem Einkauf | gering, ein Blick aufs Preisschild |
| Eigenmarken wählen | hoch, im Test-Warenkorb rund ein Drittel günstiger | gering |
| Weniger wegwerfen | mittel bis hoch, je nach Haushalt | gering bis mittel |
| Selbst kochen, Leitungswasser trinken | mittel bis hoch | mittel |
| Angebote und Saisonware nutzen | mittel, wenn du sie ohnehin brauchst | mittel |
| Rabatt-Apps und Punkte | gering und schwer zu beziffern | mittel, dazu deine Daten |
1. Mit Plan einkaufen statt aus dem Bauch
Viel entscheidet sich schon vor dem Einkauf. Wer weiß, was er in den nächsten Tagen kocht, kauft gezielter ein und hat am Ende der Woche weniger übrig, das im Müll landet. Die Verbraucherzentrale Hamburg und die Verbraucherzentrale Niedersachsen raten deshalb zu drei Dingen: einen groben Essensplan für die Woche machen, vorher in Kühlschrank und Vorratsschrank schauen und eine Einkaufsliste schreiben.
Dazu kommt eine einfache Regel: nicht hungrig einkaufen. Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen kaufen Hungrige mehr und greifen häufiger zu ungesunden Produkten. Der Plan muss nicht perfekt sein. Es reicht, wenn du für die meisten Tage weißt, was es gibt, und Reste von einem Tag am nächsten verwertest.
Wenn du dranbleiben willst, begleitet dich die 30-Tage-Spar-Challenge von BESSERWÄRTS mit 30 kleinen Schritten.
2. Grundpreise vergleichen
Der Grundpreis ist der Preis pro Kilogramm, Liter oder einer anderen festen Menge. Er steht meist kleiner unter dem Verkaufspreis auf dem Preisschild und macht unterschiedliche Packungsgrößen vergleichbar. Ein Beispiel mit frei gewählten Preisen:
| Müsli | Packung | Verkaufspreis | Grundpreis |
|---|---|---|---|
| Marke, normale Packung | 375 g | 3,29 € | 8,77 € je kg |
| Marke, große Packung | 750 g | 5,99 € | 7,99 € je kg |
| Eigenmarke | 500 g | 1,79 € | 3,58 € je kg |
Gerechnet wird so: Verkaufspreis geteilt durch die Menge in Kilogramm. 3,29 Euro geteilt durch 0,375 Kilogramm ergibt 8,77 Euro je Kilogramm. Die große Packung ist in diesem Beispiel günstiger als die kleine, die Eigenmarke kostet aber nicht einmal die Hälfte. Das muss nicht immer so sein: Große Packungen und Mehrfachpacks sind nicht automatisch günstiger, manchmal ist die normale Packung im Angebot billiger. Der Grundpreis zeigt dir das auf einen Blick.
Ob der Grundpreis angegeben werden muss, regelt jedes Land selbst:
- Deutschland: Händler müssen bei Waren, die nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche verkauft werden, neben dem Gesamtpreis den Grundpreis angeben (§ 4 PAngV), in der Regel je 1 Kilogramm oder 1 Liter (§ 5 PAngV). Bei Konserven wie Mais oder Gurken bezieht er sich auf das Abtropfgewicht, also auf das, was ohne Flüssigkeit in der Dose ist. Ist der Grundpreis gleich dem Gesamtpreis, etwa bei genau 1 Kilogramm, muss er nicht extra dastehen. Ausnahmen gelten unter anderem für sehr kleine Packungen unter 10 Gramm oder Millilitern, für kleine Direktvermarkter wie Hofläden und für kleine Einzelhändler wie Kioske oder Marktstände, die ihre Ware überwiegend in Bedienung verkaufen, sofern sie nicht zu einem Vertriebssystem gehören, sowie für Getränke- und Verpflegungsautomaten.
- Österreich: Für Lebensmittel und bestimmte andere Waren gilt ebenfalls eine Pflicht zur Grundpreisauszeichnung, Kleinunternehmen sind ausgenommen. Üblich sind Bezugsgrößen wie 1 Kilogramm, 1 Liter oder 100 Gramm, einige Produkte wie Fertiggerichte oder reduzierte Ware kurz vor Ablauf sind ausgenommen (Arbeiterkammer Wien). Seit 30. Dezember 2025 legt das Preisauszeichnungsgesetz außerdem fest, wann der Grundpreis auf dem Preisschild als gut lesbar gilt, etwa bei mindestens 4 Millimetern Schrifthöhe neben einem 8 Millimeter hohen Verkaufspreis (WKO).
- Schweiz: Bei vorverpackten Waren, deren Preis sich nach der Menge richtet, müssen der Detailpreis, also der Preis der Packung, und der Grundpreis angegeben werden, etwa „Konfitüre, 185 g, CHF 2.70; CHF 14.95/kg“. Nur bestimmte Waren dürfen nach Stück verkauft werden, dann entfällt der Grundpreis (SECO).
In allen drei Ländern gilt: Achte darauf, dass du dieselbe Bezugsgröße vergleichst. Steht bei einem Käse der Preis je 100 Gramm und beim anderen je Kilogramm, musst du umrechnen. Bei Produkten, die nach Stück verkauft werden, etwa Eier oder manche Backwaren, gibt es meist keinen Grundpreis.
3. Öfter zur Eigenmarke greifen
Eigenmarken, auch Handelsmarken genannt, sind die Produkte, die ein Händler unter eigenem Namen verkauft. Sie sind meist deutlich günstiger als bekannte Marken. Dass die Qualität darunter leidet, lässt sich aus Tests nicht ableiten: Die Stiftung Warentest hat für Deutschland Lebensmitteltests aus gut vier Jahren mit 1.414 Produkten ausgewertet. Marken erreichten im Qualitätsvergleich im Schnitt die Note 2,8, Handelsmarken 2,7. Ein Warenkorb mit den besten Handelsmarken war 34 Prozent günstiger als einer mit den besten Markenprodukten (Stiftung Warentest, 2023).
Das heißt nicht, dass jede Eigenmarke gut ist. Markenklassiker schnitten beim Geschmack häufiger mit „sehr gut“ ab, bei der mikrobiologischen Qualität lagen Marken leicht vorn. Ein praktischer Weg: Probier bei Produkten, die du oft kaufst, einmal die Eigenmarke. Schmeckt sie dir, bleibst du dabei. Bei den wenigen Produkten, bei denen dir die Marke wirklich wichtig ist, gönnst du sie dir bewusst. Günstige Eigenmarken stehen laut Verbraucherzentralen oft weiter unten im Regal oder ganz oben, auf Augenhöhe liegen eher die teureren Produkte.
Ein Beispiel: Was der Wechsel zur Eigenmarke bringen kann
Wie viel einzelne Entscheidungen ausmachen, zeigt ein Beispiel mit frei gewählten Preisen. Sie sollen nur die Rechnung zeigen und sind kein Preisvergleich bestimmter Geschäfte. Ein Haushalt kauft jede Woche diese acht Produkte:
| Produkt | Markenprodukt | Eigenmarke |
|---|---|---|
| Nudeln, 500 g | 1,89 € | 0,99 € |
| Passierte Tomaten, 500 g | 1,49 € | 0,79 € |
| Haferflocken, 500 g | 1,79 € | 0,89 € |
| Joghurt natur, 500 g | 1,59 € | 0,99 € |
| Käse in Scheiben, 150 g | 2,49 € | 1,49 € |
| Kaffee, 500 g | 7,99 € | 5,49 € |
| Tiefkühlgemüse, 750 g | 2,29 € | 1,29 € |
| Frühstücksflocken, 375 g | 3,49 € | 1,89 € |
| Summe pro Woche | 23,02 € | 13,82 € |
Der Unterschied liegt bei 9,20 Euro pro Woche, also bei rund 40 Prozent. Aufs Jahr gerechnet sind das 52 mal 9,20 Euro, zusammen 478,40 Euro. Im echten Einkauf fällt der Unterschied je nach Produkt größer oder kleiner aus, und nicht jede Eigenmarke wird dir schmecken. Behältst du bei zwei Produkten die Marke, etwa beim Kaffee und beim Käse, sinkt die Ersparnis in diesem Beispiel auf 5,70 Euro pro Woche oder 296,40 Euro im Jahr. Das zeigt: Es muss nicht alles oder nichts sein.
Das gesparte Geld wirkt am meisten, wenn es eine Aufgabe bekommt. Plane den Lebensmittelbetrag fest in dein Monatsbudget ein und leg die Differenz zum bisherigen Betrag direkt zur Seite. Wie du so ein Budget aufstellst, zeigt dir unser Beitrag Budget planen.
Solche kleinen Umstellungen lassen sich gut Schritt für Schritt angehen. Dabei begleitet dich die 30-Tage-Spar-Challenge von BESSERWÄRTS mit 30 kleinen Schritten.
4. Weniger wegwerfen
Was im Müll landet, hast du umsonst bezahlt. Private Haushalte in Deutschland werfen laut Umweltbundesamt rund 74,5 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf und Jahr weg (Bezugsjahr 2022). Nicht alles davon wäre vermeidbar, Schalen oder Knochen gehören dazu. Den größten Anteil an den Lebensmittelabfällen der Haushalte haben frisches Obst und Gemüse, gefolgt von Brot und Backwaren, Getränken und Milchprodukten.
Viel hilft schon, die beiden Haltbarkeitsangaben auf der Packung richtig zu lesen:
- Mindesthaltbarkeitsdatum („mindestens haltbar bis“): Bis zu diesem Datum garantiert der Hersteller, dass das ungeöffnete Produkt bei richtiger Lagerung seine Eigenschaften behält. Viele korrekt gelagerte Lebensmittel sind auch danach noch genießbar. Bei haltbaren, nicht leicht verderblichen Produkten wie Nudeln, Reis oder Konserven hilft ein Sinnescheck: zuerst ansehen und riechen, dann gegebenenfalls eine kleine Menge vorsichtig probieren (BVL). Bei sichtbarem Schimmel, ungewöhnlichem Geruch, einer aufgeblähten oder beschädigten Verpackung oder anderen Anzeichen von Verderb probierst du nicht, sondern entsorgst das Lebensmittel. Nach dem Öffnen gilt das Datum nicht mehr.
- Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis“): Es steht auf leicht verderblichen Lebensmitteln wie Hackfleisch, Geflügel, frischem Fisch oder vorgeschnittenem Salat. Nach Ablauf isst du sie nicht mehr, auch wenn sie unauffällig aussehen und riechen: Sie können dann mit Keimen belastet sein, die du nicht bemerkst (BVL). Für leicht verderbliche Lebensmittel und Produkte mit Verbrauchsdatum ist ein Sinnescheck deshalb keine zuverlässige Sicherheitsprüfung. Verkauft werden dürfen sie nach Ablauf nicht mehr (Verbraucherzentrale).
- Im Zweifel nicht probieren: Wer schwanger ist, für kleine Kinder einkauft, älter ist oder ein geschwächtes Immunsystem hat, sollte bei Lebensmitteln, deren Zustand unsicher ist, nicht probieren, sondern im Zweifel verzichten.
In Deutschland und Österreich gelten dafür die einheitlichen Regeln der EU, in der Schweiz unterscheiden die Packungen ebenfalls zwischen „mindestens haltbar bis“ und „zu verbrauchen bis“ (SRF). Reduzierte Ware kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum ist deshalb eine echte Sparchance, wenn du sie bald verbrauchst. Viele Märkte bieten sie mit einem Rabatt im Regal an, und kurz vor Ladenschluss ist Frisches wie Brot oder Obst manchmal reduziert. Auch Apps, über die Geschäfte und Restaurants übrig gebliebene Lebensmittel günstig abgeben, gehören dazu.
5. Selbst kochen und Leitungswasser trinken
Fertiggerichte, vorgeschnittenes Gemüse und Snacks unterwegs kosten meist deutlich mehr als dieselben Zutaten im Rohzustand. Du bezahlst die Verarbeitung und die Bequemlichkeit mit. Selbst kochen muss dabei nicht aufwendig sein: Einfache Gerichte, die du in größerer Menge kochst und an zwei Tagen isst, sparen Geld und Zeit. Wie du gezielt vorkochst, ist ein eigenes Thema; hier reicht der Grundgedanke.
Ein Posten, der leicht übersehen wird, sind Getränke. In Deutschland kostet Trinkwasser aus der Leitung sehr wenig: Laut BDEW geben die Menschen im Schnitt rund 30 Cent pro Tag für Trinkwasser aus, ohne Abwasser, und das für alles, vom Kochen bis zum Duschen. Wer statt Mineralwasser aus der Flasche Leitungswasser trinkt, spart sich außerdem das Schleppen. Wenn du Kohlensäure magst, kann sich ein Wassersprudler lohnen. Dasselbe gilt für den Kaffee unterwegs: Ein Thermobecher von zu Hause ist meist deutlich günstiger als der Becher vom Bäcker.
6. Angebote und Saisonware gezielt nutzen
Sonderangebote sparen dann Geld, wenn du das Produkt ohnehin gekauft hättest. Haltbares wie Nudeln, Reis, Konserven oder Kaffee kannst du im Angebot auf Vorrat kaufen, solange du den Vorrat auch verbrauchst. Ein Angebot für ein Markenprodukt ist dabei oft immer noch teurer als die Eigenmarke zum Normalpreis. Auch hier hilft der Grundpreis.
Obst und Gemüse sind in ihrer Hauptsaison meist günstiger. Außerhalb der Saison ist Tiefkühlware eine gute Alternative: Sie ist lange haltbar, schon geputzt und oft günstiger im Kilopreis. Im Discounter einzukaufen, kann sich ebenfalls lohnen. Für den Preis zählt aber vor allem, was du in den Wagen legst, nicht nur, wo du einkaufst: Auch im Supermarkt gibt es günstige Eigenmarken.
Versteckte Preiserhöhungen erkennen
Nicht jede Preiserhöhung steht auf dem Preisschild. Manchmal bleibt die Packung gleich groß und der Preis gleich, aber es ist weniger drin. Verbraucherschützer nennen das Mogelpackung oder Shrinkflation. Daneben gibt es Packungen mit viel Luft und Produkte, deren Rezeptur bei gleichem Preis günstiger wird, etwa mit weniger hochwertigen Zutaten.
Dein wichtigstes Werkzeug ist wieder der Grundpreis: Steigt er, obwohl die Packung gleich aussieht, ist das Produkt teurer geworden. Die Verbraucherzentrale Hamburg weist allerdings auf Grenzen hin: Den alten Grundpreis kennst du meist nicht mehr, und er fehlt bei Ware, die nach Stück verkauft wird. Am besten hilft er beim Vergleich von Produkten, die nebeneinander im Regal stehen. Gemeldete Mogelpackungen sammelt die Verbraucherzentrale Hamburg in einer öffentlichen Liste.
Österreich: Seit 1. April 2026 müssen größere Lebensmittel- und Drogeriehändler vorverpackte Produkte kennzeichnen, bei denen die Füllmenge bei gleich wirkender Packung gesunken und der Preis je Mengeneinheit gestiegen ist, und zwar 60 Tage lang ab dem ersten Angebot der kleineren Menge. Die Pflicht gilt für Geschäfte mit mehr als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche oder für Händler mit mehr als fünf Filialen, nicht für Onlineshops.
Händler mit höchstens fünf Filialen dürfen statt am Regal mit einem großen Schild im Eingangsbereich informieren. Die Pflicht entfällt, wenn der Preis je Mengeneinheit um weniger als drei Prozent steigt oder die Verringerung schon deutlich auf der Packung steht. Das Gesetz gilt befristet bis 30. Juni 2030 (oesterreich.gv.at; WKO). In Deutschland und der Schweiz gibt es nach unserer Recherche bisher keine vergleichbare Pflicht (Stand Oktober 2026). Dort bleibt dir vor allem der Blick auf den Grundpreis.
Was oft weniger bringt als gedacht
- Weite Wege für einzelne Angebote: Wer für ein Angebot extra in einen anderen Markt fährt, zahlt Zeit und oft Fahrtkosten. Das lohnt sich meist nur, wenn du dort ohnehin einkaufst.
- Großpackungen ohne Grundpreisvergleich: Sie sind nicht automatisch günstiger. Und wenn ein Teil verdirbt, bevor du ihn verbrauchst, ist der Vorteil weg.
- Rabatt-Apps und Punkte: Viele Supermärkte bieten Apps mit Coupons oder besonderen App-Preisen an. Die Verbraucherzentrale schätzt die tatsächliche Ersparnis als gering und schwer greifbar ein. Die Apps werten dafür dein Einkaufsverhalten aus und spielen personalisierte Werbung aus, was zu Spontankäufen verleiten kann. Wenn du eine App nutzt, prüf die Datenschutzeinstellungen und entzieh Berechtigungen wie den Standort, die du nicht brauchst.
- Bei der Qualität sparen, die dir wichtig ist: Wer nur noch kauft, was ihm nicht schmeckt, hält nicht lange durch. Es geht nicht darum, auf alles zu verzichten, sondern darum, bei den vielen Alltagsprodukten bewusster zu wählen.
Häufige Fragen
Wie viel kann ich beim Lebensmitteleinkauf sparen?
Das hängt davon ab, wie du heute einkaufst. Wer bisher vor allem Markenprodukte kauft und ohne Plan einkauft, hat mehr Spielraum als jemand, der schon gezielt vergleicht. Eine verlässliche Zahl für alle gibt es nicht. Am besten hältst du deine Ausgaben einen Monat lang fest und vergleichst dann.
Sind Eigenmarken wirklich so gut wie Markenprodukte?
Im Durchschnitt der Tests der Stiftung Warentest ja: Handelsmarken und Marken lagen bei der Qualität etwa gleichauf. Im Einzelfall gibt es Unterschiede in beide Richtungen, auch beim Geschmack.
Kann ich Lebensmittel nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum noch essen?
Oft ja, wenn sie richtig gelagert wurden und die Packung unversehrt ist. Bei haltbaren, nicht leicht verderblichen Lebensmitteln hilft ein Sinnescheck: erst ansehen und riechen, dann gegebenenfalls eine kleine Menge vorsichtig probieren. Bei Schimmel, ungewöhnlichem Geruch oder aufgeblähter Verpackung probierst du nicht. Anders ist es beim Verbrauchsdatum: Diese Lebensmittel isst du nach Ablauf nicht mehr, auch wenn sie unauffällig wirken.
Ist der Discounter immer günstiger als der Supermarkt?
Nicht unbedingt. Viele Supermärkte haben ebenfalls günstige Eigenmarken. Entscheidend ist, welche Produkte du kaufst. Vergleiche die Grundpreise der Produkte, die du regelmäßig brauchst.
Lohnen sich Supermarkt-Apps?
Sie können bei einzelnen Produkten etwas sparen. Die Ersparnis ist laut Verbraucherzentrale aber meist gering, und du gibst dafür Daten über dein Einkaufsverhalten preis. Entscheide bewusst, ob dir das den Rabatt wert ist.
Dein nächster Schritt
Nimm dir beim nächsten Einkauf nur zwei Dinge vor: Schreib vorher eine Liste und schau bei drei Produkten, die du oft kaufst, auf den Grundpreis und die Eigenmarke daneben. Mehr braucht es für den Anfang nicht. Wenn du merkst, dass es funktioniert, kommen die anderen Hebel nach und nach dazu.
Lebensmittel sind ein großer Teil deiner Alltagsausgaben, aber nicht der einzige Hebel. Wie du die festen monatlichen Kosten wie Verträge und Abos prüfst, zeigt dir unser Beitrag Fixkosten senken.
Quellen
Abgerufen am 23.10.2026. Länderspezifische Angaben sind im Text gekennzeichnet.
- Statistisches Bundesamt (Deutschland): Konsumausgaben privater Haushalte nach Haushaltsgröße, Laufende Wirtschaftsrechnungen 2024 (Stand 17.08.2026): https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Konsumausgaben-Lebenshaltungskosten/Tabellen/privater-konsum-haushaltsgroesse-lwr.html
- Preisangabenverordnung (Deutschland), §§ 4, 5: https://www.gesetze-im-internet.de/pangv_2022/__4.html, https://www.gesetze-im-internet.de/pangv_2022/__5.html
- Arbeiterkammer Wien (Österreich): Grundpreisauszeichnung in Wiener Super- und Drogeriemärkten (März 2025): https://wien.arbeiterkammer.at/beratung/konsumentenschutz/essenundtrinken/Grundpreisauszeichnung_202503.pdf
- WKO Steiermark (Österreich): Preisauszeichnungsgesetz, Änderungen seit Dezember 2025 (09.01.2026): https://www.wko.at/stmk/handel/preisauszeichnungsgesetz-aenderungen-se.-dezember-2025-in-kr
- SECO (Schweiz): FAQ zur Preisbekanntgabe: https://www.seco.admin.ch/de/faq-pbv
- Stiftung Warentest: Der große Markenvergleich - Handelsmarken bieten oft gute Qualität für weniger Geld (25.01.2023): https://www.test.de/presse/pressemitteilungen/Der-grosse-Markenvergleich-Handelsmarken-bieten-oft-gute-Qualitaet-fuer-weniger-Geld-5957414-0/
- Umweltbundesamt (Deutschland): Lebensmittelabfälle: https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfall-ressourcen/abfallwirtschaft/abfallvermeidung/lebensmittelabfaelle
- Verbraucherzentrale: Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist nicht gleich Verbrauchsdatum (Stand 02.10.2025): https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/gesund-ernaehren/mindesthaltbarkeitsdatum-mhd-ist-nicht-gleich-verbrauchsdatum-13452
- Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Deutschland): FAQ Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum: https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/FAQ/DE/01_Verbraucher/01_Lebensmittel/06_FAQ_Mindesthaltbarkeit/12_FAQ_Mindesthaltbarkeit.html, https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/FAQ/DE/01_Verbraucher/01_Lebensmittel/06_FAQ_Mindesthaltbarkeit/06_FAQ_Mindesthaltbarkeit.html
- SRF (Schweiz): Leitfaden gegen Foodwaste - dank längerer Haltbarkeit weniger Lebensmittel im Abfall (26.11.2021): https://www.srf.ch/news/schweiz/leitfaden-gegen-foodwaste-dank-laengerer-haltbarkeit-weniger-lebensmittel-im-abfall
- Verbraucherzentrale Niedersachsen: 10 Spar-Tipps für den Einkauf im Supermarkt (Stand 04.12.2025): https://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/themen/ernaehrung-lebensmittel/marktchecks-untersuchungen/10-spar-tipps-fuer-den-einkauf-im-supermarkt
- Verbraucherzentrale Hamburg: 10 Tipps, um beim Lebensmitteleinkauf zu sparen (Stand 16.04.2026): https://www.vzhh.de/themen/lebensmittel-ernaehrung/einkaufsfalle-supermarkt/11-tipps-um-beim-lebensmitteleinkauf-zu-sparen
- Verbraucherzentrale Hamburg: Mogelpackungen - weniger drin, Preis gleich (Stand 10.07.2026): https://www.vzhh.de/themen/mogelpackungen/mogelpackungen-weniger-drin-preis-gleich
- oesterreich.gv.at und WKO (Österreich): Anti-Mogelpackungs-Gesetz, BGBl. I Nr. 9/2026: https://www.oesterreich.gv.at/de/Gesetzliche-Neuerungen/Bundesgesetzblatt/anti-mogelpackungs-gesetz, https://www.wko.at/wettbewerbsrecht/anti-mogelpackungsgesetz-shrinkflation
- Verbraucherzentrale: Supermarkt-Apps - Rabatte und Risiken (Stand 26.08.2026): https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/apps-und-software/supermarktapps-rabatte-und-risiken-33057
- BDEW (Deutschland): Wasserfakten im Überblick (April 2025): https://www.bdew.de/media/documents/Wasserfakten_im_Ueberblick_April_o_MW_05052025_1.pdf
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