
Bild: KI-generiert
Die Waschmaschine gibt auf, das Auto muss in die Werkstatt, oder ein Job endet früher als geplant. Solche Ereignisse kündigen sich selten an, kosten aber schnell einige Hundert oder Tausend Euro. Ein Notgroschen kann dann helfen, den Dispo oder einen Kredit zu vermeiden und andere Rechnungen weiter pünktlich zu bezahlen. Ob er reicht, hängt davon ab, wie hoch die Ausgabe ist und wie viel du bereits zurückgelegt hast.
Dieser Artikel zeigt dir, wie viel Notgroschen für deine Lage sinnvoll ist, wie du ihn auch mit kleinen Beträgen aufbaust und wo du ihn sicher und jederzeit erreichbar parkst. Die Rechenmethode funktioniert in Deutschland, Österreich und der Schweiz gleich. Bei der Einlagensicherung gelten je Land eigene Regeln, deshalb sind sie getrennt dargestellt (Stand: Oktober 2026). Die Rechenbeispiele sind vereinfachte Modellrechnungen in Euro, in Franken funktioniert der Rechenweg genauso.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Notgroschen ist eine Geldreserve nur für unvorhergesehene, notwendige Ausgaben. Urlaub, Weihnachtsgeschenke oder ein geplanter Autokauf gehören nicht dazu.
- Die Verbraucherzentrale in Deutschland nennt als Daumenregel zwei bis drei Netto-Monatsgehälter. Genauer wird es, wenn du von deinen notwendigen Ausgaben pro Monat ausgehst.
- Wie viele Monate du absicherst, hängt von deiner Lage ab: Bei schwankenden Einnahmen oder wenn mehrere Personen von einem Einkommen abhängen, ist meist mehr Reserve sinnvoll.
- Du musst nicht auf einmal sparen. Zwischenziele und ein fester Dauerauftrag, auch mit kleinen Beträgen wie 25 Euro im Monat, bringen dich Schritt für Schritt voran.
- Praktisch ist oft ein eigenes, kurzfristig verfügbares Konto, zum Beispiel ein Tagesgeldkonto oder ein klar getrenntes Unterkonto. Sicherheit und Verfügbarkeit sind wichtiger als der Zins.
Was ein Notgroschen ist
Ein Notgroschen ist Geld, das du für Notfälle zurücklegst und sonst nicht anrührst. Andere Begriffe dafür sind Notreserve, Notfallreserve oder finanzielle Reserve. Er schützt dich davor, bei einer unerwarteten Rechnung den Dispokredit zu nutzen, Raten zu vereinbaren oder Geld leihen zu müssen. Umgangssprachlich ist oft auch von einer Rücklage die Rede. In diesem Artikel unterscheiden wir: Der Notgroschen ist für Unvorhergesehenes, Rücklagen sind für Ausgaben, die du kommen siehst. Wer eine Rücklage aufbauen will, braucht deshalb meist beides.
Wichtig ist die Trennung: Der Notgroschen liegt nicht einfach auf dem Girokonto, wo er im Alltag mit ausgegeben wird. Er ist auch kein Sparziel für etwas Schönes und keine Geldanlage, mit der du Vermögen aufbauen willst. Seine einzige Aufgabe ist, da zu sein, wenn du ihn brauchst.
Wofür der Notgroschen da ist - und wofür nicht
Der Notgroschen deckt Ausgaben ab, die notwendig sind und mit denen du nicht rechnen konntest. Typische Beispiele:
- Ein wichtiges Haushaltsgerät wie Kühlschrank oder Waschmaschine geht kaputt.
- Das Auto, das du für den Arbeitsweg brauchst, muss repariert werden.
- Eine Nachzahlung, etwa für Heizung oder Strom, fällt höher aus als erwartet.
- Dein Einkommen fällt weg oder sinkt, zum Beispiel durch Jobverlust oder längere Krankheit, und du musst die Zeit bis zu neuen Einnahmen überbrücken.
- Eine Zahnbehandlung oder eine Brille kostet mehr, als die Versicherung übernimmt.
Nicht in den Notgroschen gehören Ausgaben, die du vorhersehen kannst, auch wenn sie nur einmal im Jahr kommen: Urlaub, Weihnachten, Versicherungsbeiträge, die jährlich fällig werden, oder ein neues Handy, das du schon länger kaufen willst. Dafür sind Rücklagen da, die du Monat für Monat für einen bestimmten Zweck ansparst. Wie du sie in dein Monatsbudget einplanst, zeigt der Beitrag Budget planen.
Wer selbstständig arbeitet oder schwankende Einnahmen hat, braucht oft noch zwei weitere Töpfe: eine Steuerrücklage und ein Ausgleichskonto, das schwache Monate auffängt. Beides ist kein Notgroschen. Der Notgroschen kommt zusätzlich dazu und ist für echte Notfälle reserviert.
Wie viel Notgroschen ist sinnvoll?
Eine verbreitete Orientierung kommt von der Verbraucherzentrale in Deutschland: Als Daumenregel nennt sie für den Notgroschen zwei bis drei Netto-Monatsgehälter. Eine vergleichbare Faustregel mit fester Höhe haben wir für Österreich und die Schweiz nicht gefunden. Die Budgetberatung Schweiz empfiehlt, Geld für Unvorhergesehenes getrennt von anderen Sparzielen zurückzulegen, nennt aber keine bestimmte Summe.
Die Daumenregel ist ein guter Startpunkt, passt aber nicht für jeden. Wer viel verdient und sparsam lebt, braucht nicht unbedingt drei volle Gehälter. Wer wenig verdient, kommt mit zwei Gehältern vielleicht nicht weit. Genauer wird es, wenn du nicht vom Einkommen ausgehst, sondern von deinen notwendigen Ausgaben. Denn im Notfall zählt, wie lange du deine laufenden Kosten bezahlen kannst.
Rechenhilfe in drei Schritten
- Notwendige Ausgaben zusammenrechnen: Schreib auf, was du jeden Monat zahlen musst, auch wenn du alles Verzichtbare streichst: Miete, Energie, Versicherungen, Verträge, Lebensmittel und Wege zur Arbeit.
- Monate festlegen: Multipliziere diese Summe mit der Zahl der Monate, die du absichern willst. Das Ergebnis ist deine Zielsumme.
- Lücke ermitteln: Zieh davon ab, was du schon gespart hast. Der Rest ist das, was du noch aufbauen musst.
Ein Beispiel mit frei gewählten Werten für eine Einzelperson, als vereinfachte Modellrechnung ohne Zinsen:
| Notwendige Ausgabe | Pro Monat |
|---|---|
| Miete mit Nebenkosten | 850 € |
| Strom | 60 € |
| Versicherungen (Monatsanteil) | 40 € |
| Handy und Internet | 45 € |
| Lebensmittel und Drogerie | 380 € |
| Mobilität | 60 € |
| Sonstiges Notwendiges | 65 € |
| Summe | 1.500 € |
Bei drei Monaten ergibt sich eine Zielsumme von 1.500 € × 3 = 4.500 €. Wer sechs Monate absichern möchte, kommt auf 9.000 €. Sind schon 1.200 € gespart, fehlen bis zum Ziel von 4.500 € noch 3.300 €. Mit 150 € im Monat ist diese Lücke nach 22 Monaten geschlossen.
Der Unterschied zur Daumenregel: Dort ist das Nettogehalt die Grundlage, hier sind es die Ausgaben, die im Notfall wirklich weiterlaufen. Je nachdem, wie hoch dein Einkommen im Verhältnis zu deinen festen Kosten ist, können die beiden Wege zu ähnlichen oder zu deutlich unterschiedlichen Beträgen führen. Die eigene Rechnung zeigt dir aber, worauf deine Zahl beruht, und du kannst sie anpassen, wenn sich deine Kosten ändern.
Warum die notwendigen Ausgaben zählen
Fällt dein Einkommen weg, laufen Miete, Strom, Versicherungen, Handyvertrag und Lebensmittel weiter. Ausgaben für Freizeit, Essen gehen oder Streaming kannst du dagegen in einer Notlage kürzen. Deshalb gehören in die Rechenhilfe nur die Posten, auf die du nicht verzichten kannst.
Ein Nebeneffekt: Je niedriger deine festen Kosten sind, desto kleiner muss dein Notgroschen sein. Wer bei Verträgen, Tarifen und Abos spart, senkt also auch seine Zielsumme. Wie du deine festen Kosten Schritt für Schritt prüfst, steht im Beitrag Fixkosten senken.
Eine eigene Reserve ist einer von vielen kleinen Schritten, mit denen du im Alltag mehr aus deinem Geld machst. Die 30-Tage-Spar-Challenge von BESSERWÄRTS begleitet dich dabei mit 30 kleinen Schritten.
So unterscheidet sich die Reserve je nach Lage
Wie viele Monate du absicherst, entscheidest du selbst. Ein paar Fragen helfen dabei: Wie sicher ist dein Einkommen? Wie schnell würdest du eine neue Arbeit oder neue Aufträge finden? Gibt es ein zweites Einkommen im Haushalt? Hängen Kinder oder andere Personen von dir ab? Je unsicherer die Antworten ausfallen, desto mehr Reserve ist sinnvoll.
Die folgende Tabelle zeigt vier Beispiele. Die Beträge sind frei gewählt, und die Monatszahlen sind nur Annahmen für diese Beispiele, keine Empfehlung für eine bestimmte Gruppe.
| Beispiel | Notwendige Ausgaben pro Monat | Angenommene Monate | Zielsumme |
|---|---|---|---|
| Angestellt, Einzelperson | 1.500 € | 3 | 4.500 € |
| Selbstständig mit schwankenden Einnahmen | 1.800 € | 6 | 10.800 € |
| Familie mit zwei Kindern | 2.600 € | 4 | 10.400 € |
| Geringes Einkommen | 1.100 € | 3 | 3.300 € |
- Angestellte: Ein regelmäßiges Gehalt macht die Planung einfacher. Auch wenn du bei Jobverlust Leistungen der Arbeitslosenversicherung bekommen würdest, ersetzen sie in allen drei Ländern nur einen Teil des bisherigen Einkommens, und bis zur ersten Zahlung kann Zeit vergehen. Die Reserve fängt diese Lücke auf.
- Selbstständige mit schwankenden Einnahmen: Hier ist eine größere Reserve oft sinnvoll, weil Aufträge ausbleiben können und die Absicherung gegen Einkommensausfall für Selbstständige je nach Land eingeschränkt oder nur freiwillig möglich ist.
- Familien mit Kindern: Die notwendigen Ausgaben sind höher, und mehr Personen hängen davon ab. Gibt es zwei Einkommen, ist das Risiko verteilt. Hängt alles an einem Einkommen, kann eine größere Reserve sinnvoll sein.
- Geringes Einkommen: Hier hilft schon eine kleine Reserve. Es ist sinnvoll, erst mit einem Zwischenziel zu beginnen und das volle Ziel über einen längeren Zeitraum zu erreichen.
Den Notgroschen Schritt für Schritt aufbauen
Eine Zielsumme von mehreren Tausend Euro wirkt am Anfang groß. Leichter wird es mit Zwischenzielen. Sie zeigen dir früh, dass du vorankommst:
- Erstes Zwischenziel: 500 €. Damit lässt sich schon eine kleine Reparatur oder eine unerwartete Rechnung bezahlen.
- Zweites Zwischenziel: die notwendigen Ausgaben für einen Monat.
- Ziel: die Zielsumme aus deiner Rechenhilfe.
Praktisch ist ein Dauerauftrag, der kurz nach dem Zahltag auf dein Notgroschen-Konto überweist. So sparst du zuerst und gibst danach aus, statt am Monatsende zu schauen, was übrig ist. Zusätzlich kannst du einmalige Einnahmen nutzen, etwa eine Steuererstattung, eine Rückzahlung aus der Nebenkostenabrechnung oder einen Teil einer Sonderzahlung.
Wie lange der Aufbau dauert, hängt von der Sparrate ab. Für die Zielsumme von 4.500 € aus dem Beispiel, wenn du bei null startest, als vereinfachte Modellrechnung ohne Zinsen:
| Sparrate pro Monat | Ein Monat abgesichert (1.500 €) | Zielsumme erreicht (4.500 €) |
|---|---|---|
| 100 € | nach 15 Monaten | nach 45 Monaten |
| 150 € | nach 10 Monaten | nach 30 Monaten |
| 250 € | nach 6 Monaten | nach 18 Monaten |
Auch ein langer Zeitraum lohnt sich: Jeder Monat, in dem dein Notgroschen wächst, macht dich unabhängiger von Dispo und Ratenkauf. Und wenn dein Einkommen steigt, kannst du die Sparrate später erhöhen.
Kleine Beträge sinnvoll einplanen
Auch kleine Beträge zählen. Wer 25 € im Monat zurücklegt, hat nach zwölf Monaten 300 € und nach 20 Monaten das erste Zwischenziel von 500 € erreicht. Das klingt wenig, reicht aber oft für eine Reparatur, die sonst den Dispo belasten würde.
Damit die Sparrate nicht vom Rest des Monats abhängt, planst du sie als festen Posten in dein Budget ein, genauso wie die Miete. Wenn du dein Geld nach einer einfachen Aufteilung verteilen willst, hilft die 50-30-20-Regel. Dort steht auch, wie du vorgehst, wenn du gleichzeitig Schulden hast.
Ein Notgroschen wächst mit vielen kleinen Schritten. Wenn du Lust hast, weitere solcher Schritte auszuprobieren, begleitet dich die 30-Tage-Spar-Challenge von BESSERWÄRTS dabei.
Wo du den Notgroschen aufbewahrst
Beim Notgroschen kommt es auf drei Dinge an, in dieser Reihenfolge:
- Verfügbarkeit: Du musst innerhalb weniger Tage an das Geld kommen, ohne Kündigungsfrist und ohne Verlust.
- Sicherheit: Der Betrag soll nicht schwanken und im Fall einer Bankpleite geschützt sein.
- Zinsen: Sie sind angenehm, aber zweitrangig.
Nach diesen Kriterien schneiden die üblichen Möglichkeiten unterschiedlich ab:
| Möglichkeit | Verfügbarkeit | Sicherheit | Einordnung für den Notgroschen |
|---|---|---|---|
| Girokonto | sofort | Einlagensicherung | verfügbar, aber leicht mit Alltagsgeld zu vermischen |
| Tagesgeld oder täglich verfügbares Sparkonto | kurzfristig, ohne Kündigungsfrist | Einlagensicherung | häufig genannte Lösung, getrennt vom Alltagsgeld |
| Festgeld | erst am Ende der Laufzeit | Einlagensicherung | für den Notgroschen ungeeignet, weil du vorher meist nicht an das Geld kommst |
| Bargeld zu Hause | sofort | Risiko durch Diebstahl oder Feuer | nur für kleine Beträge |
| Aktien, Fonds, ETFs | einige Tage | Wert schwankt, keine Einlagensicherung | für den Notgroschen ungeeignet, weil der Wert im Notfall gerade niedrig sein kann |
Die Verbraucherzentrale in Deutschland empfiehlt für den Notgroschen ein Tagesgeldkonto, weil du dort jederzeit an dein Geld kommst. Von Bargeld zu Hause rät sie ab. Ein separates Konto hat einen weiteren Vorteil: Du siehst den Notgroschen nicht jeden Tag in der Banking-App und gibst ihn nicht versehentlich mit aus. In Österreich und der Schweiz heißen vergleichbare Konten oft anders, etwa täglich fälliges Sparkonto. Entscheidend sind die Bedingungen, nicht der Name: wie schnell du an das Geld kommst und ob Fristen oder Gebühren gelten.
Welches Konto und welche Bank du wählst, ist deine Entscheidung. Diese Übersicht ersetzt keine persönliche Beratung. Achte beim Vergleich auf die Bedingungen und darauf, in welchem Land die Bank sitzt und welche Einlagensicherung für sie gilt.
Einlagensicherung in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Guthaben auf Giro-, Tagesgeld- und Sparkonten sind bei Banken bis zu einer bestimmten Grenze gesetzlich geschützt, falls die Bank zahlungsunfähig wird. Die Regeln unterscheiden sich je Land:
| Land | Geschützt bis | Bezug | Gemeinschaftskonto | Auszahlung |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 100.000 € | pro Kunde und Bank, unabhängig von der Zahl der Konten | jeder Kontoinhaber hat einen eigenen Anspruch | innerhalb von sieben Arbeitstagen |
| Österreich | 100.000 € | pro Person und Bank | wird den Inhabern zu gleichen Teilen zugerechnet | innerhalb von sieben Arbeitstagen |
| Schweiz | CHF 100'000 | pro Kunde und Bank | gilt als eigener Kunde, insgesamt CHF 100'000 | derzeit über den Konkursliquidator, laut esisuisse mehrere Wochen; ab 2028 Ziel: sieben Arbeitstage |
In Deutschland regelt das Einlagensicherungsgesetz den Schutz, die Finanzaufsicht BaFin erklärt die Einzelheiten. In Österreich ist die Rechtsgrundlage das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz, die Oesterreichische Nationalbank beschreibt die Regeln. In der Schweiz ist die Einlagensicherung im Bankengesetz geregelt und wird von der Selbstregulierungsorganisation esisuisse umgesetzt. Bei den Gemeinschaftskonten gibt es einen wichtigen Unterschied: In der Schweiz zählt ein Gemeinschaftskonto als eigener Kunde mit insgesamt CHF 100'000, es wird also nicht pro Inhaber gerechnet. Auch bei der Auszahlung gibt es Unterschiede: In Deutschland und Österreich soll das Geld innerhalb von sieben Arbeitstagen fließen, in der Schweiz rechnet esisuisse derzeit mit mehreren Wochen. Wertpapiere wie Aktien oder Fonds sind keine Einlagen und fallen nicht unter diese Sicherung.
Für einen Notgroschen liegen diese Grenzen meist weit über dem gesparten Betrag. Wichtig wird die Grenze vor allem, wenn du bei derselben Bank noch weiteres Erspartes hast. In Deutschland und Österreich kann der Schutz nach bestimmten Ereignissen, etwa dem Verkauf einer selbst genutzten Immobilie, für eine begrenzte Zeit höher sein.
Zinsen: nett, aber nicht entscheidend
Auf Tagesgeld gibt es meist Zinsen. Sie sind aber in der Regel variabel: Laut Verbraucherzentrale in Deutschland kann die Bank den Zinssatz täglich ändern. Ein hoher Lockzins, also ein befristeter Sonderzins für Neukunden, kann nach einigen Monaten sinken. Auch in Österreich und der Schweiz lohnt sich ein Blick in die Konditionen. Liegt der Zins unter der Inflationsrate, verliert dein Notgroschen langsam an Kaufkraft.
Für den Notgroschen ist das kein Grund, auf Festgeld oder Wertpapiere auszuweichen. Er soll da sein, wenn du ihn brauchst, und nicht möglichst viel Ertrag bringen. Prüf ab und zu, ob die Konditionen deines Kontos noch passen, und behalte dabei Verfügbarkeit und Sicherheit im Blick.
Wenn du den Notgroschen brauchst: entnehmen und auffüllen
Bevor du Geld entnimmst, hilft eine einfache Frage: Ist die Ausgabe notwendig, und kam sie unerwartet? Wenn ja, ist genau dafür der Notgroschen da.
Danach gilt: wieder auffüllen. Die Verbraucherzentrale rät, nach einer Entnahme wieder anzusparen. Am einfachsten machst du das Auffüllen zum ersten Sparziel, bevor du für andere Ziele zurücklegst. Ein Beispiel als vereinfachte Modellrechnung ohne Zinsen: Die Waschmaschine muss ersetzt werden, und du entnimmst 600 €. Mit einer Sparrate von 150 € im Monat ist der Notgroschen nach vier Monaten wieder vollständig.
Nicht jede wiederkehrende Ausgabe ist ein Notfall. Kosten, mit denen du regelmäßig rechnen musst, etwa die jährliche Inspektion oder übliche Verschleißreparaturen am Auto, lassen sich planen. Dafür ist eine eigene Rücklage im Budget sinnvoll. Der Notgroschen bleibt für das, was sich nicht vorhersehen lässt, zum Beispiel einen größeren Schaden am Auto oder eine Nachzahlung, die deutlich höher ausfällt als erwartet. Wenn du den Notgroschen immer wieder für dieselbe Art von Ausgabe brauchst, ist das ein Hinweis, dafür künftig gezielt zurückzulegen.
Typische Fehler beim Notgroschen
- Das Ziel zu hoch ansetzen und nie anfangen: Ein kleines Zwischenziel ist besser als ein großes Ziel, das dich abschreckt.
- Notgroschen und Urlaubsgeld vermischen: Wer beides auf demselben Konto spart, hat im Notfall oft weniger als gedacht.
- Den Notgroschen fest anlegen: Festgeld oder Wertpapiere sind im Notfall nicht oder nur mit Nachteil verfügbar.
- Nach einer Entnahme nicht auffüllen: Dann ist beim nächsten Notfall nichts mehr da.
Häufige Fragen zum Notgroschen
Wie viel Notgroschen sollte ich haben?
Die Verbraucherzentrale in Deutschland nennt als Daumenregel zwei bis drei Netto-Monatsgehälter. Genauer wird es, wenn du deine notwendigen Ausgaben pro Monat zusammenrechnest und mit der Zahl der Monate multiplizierst, die du absichern willst. Bei sicherem Einkommen reichen oft weniger Monate, bei schwankenden Einnahmen oder wenn mehrere Personen von einem Einkommen abhängen, ist mehr Reserve sinnvoll.
Ist ein Tagesgeldkonto besser als das Girokonto?
Beide sind kurzfristig verfügbar und durch die Einlagensicherung geschützt. Ein eigenes Tagesgeldkonto oder Sparkonto trennt den Notgroschen aber vom Alltagsgeld. So gibst du ihn nicht versehentlich aus. Ein Unterkonto beim Girokonto kann denselben Zweck erfüllen, wenn es klar getrennt ist.
Soll ich zuerst Schulden tilgen oder einen Notgroschen aufbauen?
Das hängt davon ab, welche Schulden du hast und wie teuer sie sind. Eine kleine Reserve ist meist auch neben der Tilgung sinnvoll, damit eine unerwartete Rechnung nicht zu neuen Schulden führt. Wie du die Reihenfolge festlegst, erklärt der Beitrag zur 50-30-20-Regel. Bei Zahlungsschwierigkeiten hilft eine Schuldnerberatung weiter.
Braucht jeder in einer Partnerschaft einen eigenen Notgroschen?
Das ist eine Frage der Absprache. Eine Möglichkeit ist eine gemeinsame Reserve für die gemeinsamen Kosten und zusätzlich eine kleine eigene Reserve für jede Person. Rechne für die gemeinsame Reserve mit den notwendigen Ausgaben des ganzen Haushalts. Bei einem Gemeinschaftskonto gelten für die Einlagensicherung je Land unterschiedliche Regeln.
Was ist der Unterschied zwischen Notgroschen und Rücklage?
Eine Rücklage sparst du für eine Ausgabe, die du kommen siehst, zum Beispiel Urlaub, Weihnachten oder eine jährliche Versicherungsrechnung. Der Notgroschen ist für das gedacht, was du nicht vorhersehen kannst. Wer eine Rücklage aufbauen will, plant sie deshalb getrennt vom Notgroschen ein.
Dein nächster Schritt
Nimm dir heute zehn Minuten Zeit und schreib deine notwendigen Ausgaben für einen Monat auf. Multipliziere die Summe mit der Zahl der Monate, die du für deine Lage passend findest. Dann kennst du die Zielsumme für deinen Notgroschen. Richte im nächsten Schritt einen Dauerauftrag auf ein eigenes Konto ein, gerne mit einem kleinen Betrag. Mit 25 € im Monat erreichst du das erste Zwischenziel von 500 € nach 20 Monaten, mit 50 € nach zehn Monaten.
Wenn du dein Monatsbudget noch nicht aufgestellt hast, fang dort an: Im Beitrag Budget planen findest du den Weg dorthin in sechs Schritten.
Quellen
Abgerufen am 23.10.2026. Länderspezifische Angaben sind im Text gekennzeichnet.
- Verbraucherzentrale (Deutschland): Laura zieht aus - Sparen (Stand 12.02.2026): https://www.verbraucherzentrale.de/laura-zieht-aus/sparen
- Verbraucherzentrale (Deutschland): Effektiv sparen - auch mit kleinem Budget: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/kredit-schulden-insolvenz/effektiv-sparen-auch-mit-kleinem-budget-87610
- Verbraucherzentrale (Deutschland): Sicher sparen - so nutzen Sie Zinsen und vermeiden Kosten (Stand 20.01.2026): https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/sparen-und-anlegen/sicher-sparen-so-nutzen-sie-zinsen-und-vermeiden-kosten-93942
- Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin (Deutschland): Einlagensicherung und Anlegerentschädigung: https://www.bafin.de/DE/verbraucherinnen-verbraucher/themen-finanzprodukte/geldanlage/einlagensicherung-anlegerentschaedigung/einlagensicherung-anlegerentschaedigung_node.html
- Einlagensicherungsgesetz (Deutschland), § 8 Deckungssumme: https://www.gesetze-im-internet.de/einsig/__8.html
- Oesterreichische Nationalbank OeNB (Österreich): Einlagensicherung: https://www.oenb.at/themen/stabiler-finanzmarkt/einlagensicherung.html
- Finanzmarktaufsicht FMA (Österreich): Einlagensicherung (Gemeinschaftskonten und erhöhte Sicherung): https://www.fma.gv.at/konto/einlagensicherung/
- esisuisse (Schweiz): Häufige Fragen zur Einlagensicherung: https://www.esisuisse.ch/de/faq
- Budgetberatung Schweiz: Sparen: https://budgetberatung.ch/wissen/sparen
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